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Weltcupauftakt in Ungarn

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Der Auftakt in die Weltcupsaison 2026 fand in Ungarn, genauer am Plattensee, besser bekannt als Balaton, statt. In Balatonfüred, zu Deutsch Bad Plattensee, fand am verlängerten Wochenende vom 1. bis zum 3. Mai drei Wettkämpfe statt. Wir reisten schon früher an, um uns auf das für uns alle eher unbekannte Gelände vorzubereiten.

In den Tagen vor dem Weltcup konnten wir in einem relativ grossen Gebiet, welches nur 5min von unserem Zuhause entfernt lag, diverse Trainings absolvieren. Im südlichen Teil gab es ein halboffenes Gebiet, in welchem man überall quer fahren konnte und so praktisch Fuss-OL auf dem Bike machen konnte. Das war sehr cool, aber auch sehr herausfordernd. Weiter trainierten wir im grösseren Waldgebiet Routenwahlen mit einer Langdistanz und brachten den Motor auf hochtouren mit einigen kurzen Massenstart-Intervallen. In allen Trainings hatte ich ein gutes Gefühl und fühlte mich sicher auf der Karte sowie in guter physischer Form. Ich war zuversichtlich für die anstehenden Wettkämpfe!

Der erste Wettkampf war ein Sprint. Auch wenn wir ein paar halboffene Gebiete befahren konnte, war die kartentechnische Herausforderung nicht annähernd so gross wie in den Trainings. Das Gelände, aber auch die Bahnlegung, waren eher langweilig. Ich hatte am Anfang etwas Mühe mit dem Distanzgefühl und der Sichtbarkeit der Wege und verpasste zweimal eine Abzweigung. Das ist in einem einfachen und schnellen Sprint schon zu viel, auch wenn ich von da an gut fuhr. Bei Posten 2 lag ich auf dem 53. Zwischenrang, bei Posten 4 auf dem 49. Zum Ende arbeitete ich mich noch bis auf Rang 15 vor, mehr lag aber nicht drin.

Der verpasste Weg nach dem ersten und dem dritten Posten

In der Mitteldistanz rechnete ich mir grosse Chancen aus. Ich hatte mein letztes Mitteldistanz-Rennen, das World-Ranking-Event in Italien, gewonnen und fühle mich allgemein wohl bei dieser Renndistanz und den kartentechnischen Anforderungen. Gleich zu Beginn wählte ich eine vermeintlich sichere Route. Ein grosser, umgefallener und nicht auf der Karte eingezeichneter Baum bremste mich aber schon zum ersten Posten aus. Danach konnte ich aber voll aufdrehen und zeigte eine gute Leistung. Einzig bei den Routenwahlen im Mittelteil der Bahn nahm ich mir zu wenig Zeit. Ich wählte oft die erste Route, die ich sah, und das war oft nicht die schnellste. Dank einem schnellen Schlussteil konnte ich noch auf Rang 8 vorstossen.

Der Teil der Mitteldistanz mit den herausfordernden Routenwahlen

Im abschliessenden Rennen dieser Weltcuprunde, einer Langdistanz über 46km und gut 800 Höhenmeter wollte ich nochmals alles aus mir rausholen. Das Rennen gelang mir über lange Zeit sehr gut. Ich konnte physisch pushen, liess mir genügend Zeit für die Routenwahlen und konnte meine Konzentration stets hochhalten. Ein kleiner Wegeingang von einer Wiese her fand ich nicht auf anhieb, aber dieser Zeitverlust von ca. einer Minute war bis Posten 16 mein einziger Fehler. Nach Posten 16 von 21 passierte mir aber ein grösserer Fehler. In einem Gebiet, welches sehr schludrig oder schlicht falsch kartiert ist, verpasste ich eine Abzweigung und konnte mich nicht mehr auffangen. Die Abzweigung auf der Karte war falsch, die Winkel und der Verlauf des Hauptwegs stimmte nicht, und das Gelände rundherum war auf der Karte einfach oliv eingezeichnet. Häuser, Mauern, Obstgärten und andere im Gelände existierende Objekte fehlten auf der Karte komplett. Klar, mein Distanzgefühl war hier nicht auf der Höhe, den Fehler kann man nicht nur der Karte in die Schuhe schieben. Aber sowas darf aus meiner Sicht in einem Weltcup nicht passieren. Mich kostet dieser Fehler gut 5 Minuten. Das reichte schlussendlich etwas überraschend immer noch für Rang 13. Ohne meiner Fehler wäre Rang 7 realistisch gewesen, eine gute Bestätigung für meine physische Form.

Die Kreuzung südlich vom Posten 16 wurde mir zum Verhängnis.
So sieht die Kreuzung südlich vom Posten 16 aus der Luft aus. Das Haus an der Kreuzung oder der korrekte Wegverlauf wären hilfreich gewesen…

Voller Zuversicht blicke auf die Europameisterschaften in Portugal, welche in gut 2 Wochen starten. Meine Form nehme ich mit, aus den Fehlern lerne ich und aus etwas Ruhe tanke ich neue Energie für eine weitere intensive Woche. Bis bald beim nächsten Bericht auf dieser Website!